Abfallgebühren als Anreiz zur Mülltrennung

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Bild1 Salzburg Die Stadt Salzburg plant ihre Abfallgebühren ab 2018 so zu gestalten, dass die Mülltrennung finanziell belohnt wird.

 

 

Ausgearbeitet wurde das Modell im Rahmen des „Stadt:Dialogs ‚Unser Müll'" gemeinsam mit den Salzburger BürgerInnen. Sieht ein Haushalt Einsparungspotential beim Restmüll, etwa durch sorgfältigere Mülltrennung, gibt es die Möglichkeit, entweder eine kleinere Mülltonne zu bestellen oder aber das Abholintervall zu verlängern – denn mit weniger Fahrten sinken auch die Kosten.

 

Die ideale Kombination aus Abholintervall und Tonnengröße können die SalzburgerInnen mit Hilfe des „Müll-Checkers" (www.müllchecker.at) errechnen. Mit dem Abfallgebührenbescheid der Stadt Salzburg und den persönlichen Daten kann ein passendes Angebot online bestellt werden.

 

Getrennte Sammlung verringert Restmüllaufkommen
Der Hintergrund für diese Aktion ist, dass sich im Restmüll immer noch zu viele wiederverwertbare Rohstoffe befinden, auch wenn sich in den letzten 25 Jahren viel getan hat: So wurden im Jahr 1992 insgesamt 55.000 Tonnen Müll gesammelt, bestehend aus Restabfall, Altglas und Altpapier. Die Menge Restmüll betrug damals 43.750 Tonnen oder 304,8 Kilogramm pro Kopf. Mit der Einführung der Biotonne und der getrennten Sammlung von Kunststoff und Metall im Jahr 1993 reduzierte sich die Restabfallmenge bis zum Jahr 1996 auf 30.727 Tonnen (213,5 kg/Kopf).

 

Immer noch zu viele Rohstoffe im Restmüll
2016 fielen in der Stadt Salzburg 84.000 Müll an, davon 34.207 Tonnen nur Restmüll (224,9 kg/Kopf), wovon 20.000 Tonnen immer noch wiederverwertbare Rohstoffe sind. Dabei handelt es sich vor allem um Bioabfall (macht rund ein Drittel des Restmülls aus), Altglas, Plastikflaschen, Getränkekartons oder Altpapier. Materialien, die als Restmüll teuer entsorgt werden müssen und nicht weiterverarbeitet werden können. Das kostet jährlich rund 1,24 Millionen Euro mehr, zudem gehen wertvolle Rohstoffe verloren.

 

Neue Kampagne zur Mülltrennung
Um die Moral bei der Mülltrennung zu heben hat das Abfallservice der Stadt eine große Trennkampagne unter dem Motto „Müll trennen und profitieren" gestartet. „Die Kampagne ist direkt, modern und ansprechend. Wir setzen auf Information und persönlichen Kontakt. Es soll ein neues Bewusstsein geschaffen werden, dass Abfall wertvoll ist und richtiges Trennen die Umwelt schont und Geld spart. Wir wollen Vorreiter in Sachen Mülltrennung werden", sagt Bürgermeister-Stellvertreter Harry Preuner.

 

Die neue Kampagne besteht aus Informationsschreiben, Foldern und Plakaten, außerdem werden die SalzburgerInnen auch bei Hausbesuchen über richtiges Trennen und die neuen Abfallgebühren informiert.
Als neues Maskottchen des Abfallservice ist künftig der „Mülli" unterwegs – ein Profi, wenn es um das Abfalltrennen und -vermeiden geht. Er gibt Tipps, weist auf Missstände hin und besucht auch Kindergärten. Dort zeigt er den Kleinsten spielerisch, wie man „Rohstoff-RetterIn" wird.

 

105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie 45 Fahrzeuge sind derzeit für das Abfallservice im Einsatz. „Auch in den nächsten 25 Jahren stehen wir vor vielen Herausforderungen", sagt Jürgen Wulff-Gegenbaur, Leiter des städtischen Abfallservices. „Hier ist vor allem die optimale Sammlung und Nutzung verwertbarer Abfälle zu nennen. Zudem setzen wir auf neue technische Entwicklungen wie Eco-Presscontainer, computerunterstützte Tourenpläne oder elektrische Antriebe für Sammelaufbauten", so Wulff-Gegenbaur.

 

Foto © Stadt Salzburg/Johannes Killer

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