Strategien für den Klimawandel

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klimawandel Das Land Vorarlberg hat zahlreiche Vorsorgemaßnahmen gesetzt, damit die durch den Klimawandel verursachten Schäden möglichst gering bleiben. Auch für die Gemeinden gibt es zahlreiche Förderungs- und Beratungsangebote; so soll es in Zukunft auch zwei Klimawandel-AnpassungsberaterInnen geben.

 

Regionale Klimamodelle für den Alpenraum zeigen, dass die Klimaerwärmung mit all ihren Auswirkungen wie mehr Hitzetagen oder Starkregenereignissen voranschreiten wird. „Es ist fünf vor zwölf. Heuer waren die Auswirkungen des Klimawandels in Vorarlberg besonders spürbar – Wärmerekord des Bodensees, Ernteausfälle für Obstbauern und -bäuerinnen, Felsstürze in der benachbarten Schweiz, Muren- und Schlammlawinen. Die Gletscher schmelzen dahin sprichwörtlich wie Eis an der Sonne", erläutert Landesrat Johannes Rauch.

 

In Vorarlberg gibt es seit 2015 eine Klimawandel-Anpassungsstrategie, die in jährlichen Aktionsplänen konkretisiert wird. Mit frühzeitigen Maßnahmen wird das Ziel verfolgt, Vorarlberg besser auf die tatsächlichen oder erwarteten Auswirkungen der Klimaänderung vorzubereiten. So wurden in den Hochwasserschutz und die ökologische Verbesserung von Fließgewässern ebenso investiert wie in Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen für den Schutzwald.
„Viele dieser Maßnahmen haben wir schon begonnen, als der Klimawandel noch kein bestimmendes Thema war. Heute sind wir gefordert, diesen Weg konsequent fortzusetzen und unsere Bemühungen in einigen Bereichen noch zu intensivieren", so Landesrat Schwärzler.

 

Förderung und Beratung für Gemeinden
Aufgrund der sich abzeichnenden weiteren Erwärmung im Alpenraum beginnen immer mehr Gemeinden in Vorarlberg erste Schritte zur Klimawandelanpassung zu setzen. Das Land Vorarlberg begrüßt diese Bemühungen und ist bestrebt, diese inhaltlich und koordinierend zu unterstützen.
Zu diesem Zweck wurden Checklisten zur Klimawandel-Anpassung auf Gemeindeebene zusammengestellt. „Damit wollen wir gemeinsam mit den lokalen Akteuren sicherstellen, dass wir Vorarlbergs wichtigste Herausforderungen durch die Klimaerwärmung jederzeit im Blickfeld behalten und entsprechend handeln können", erklären die Landesräte Johannes Rauch und Erich Schwärzler.
Diese Checklisten beinhalten den Schutz von Gebäuden vor Naturgefahren, aber auch eine Minimierung der Flächenversiegelung gepaart mit einer Maximierung der Regenwasserversickerung sowie den Schutz von Feuchtlebensräumen und Mooren. „Im Alpenraum gehören Extremniederschläge und ihre Folgen zu den schwerwiegendsten Naturkatastrophen mit den größten Schäden. Durch eine Minimierung der Versiegelung des Bodens und die Sicherung von Flächen für den Hochwasserschutz können Gemeinden die Widerstandsfähigkeit gegenüber dem Klimawandel erhöhen", betont Bürgermeister Rainer Siegele aus Mäder.

 

Das Land Vorarlberg unterstützt die Gemeinden durch eine Reihe von Förderungen, etwa für Schutzbauten gegen Naturgefahren, aber auch mit Informationsmaterialien und speziellen Beratungen durch die Landeswarnzentrale und den Landesfeuerwehrverband. Das Beratungsangebot wird jetzt nochmals ausgeweitet: Gemeinsam mit dem Bund werden zwei Personen in Vorarlberg eine Zusatzausbildung als Klimawandel-AnpassungsberaterIn erhalten.
Außerdem fanden im November und Oktober 2017 zwei Veranstaltungen für GemeindevertreterInnen statt, die sich mit dem Thema „Bereit für das Klima von morgen? Wie sich Gemeinden und Regionen in Vorarlberg auf den Klimawandel einstellen können" auseinandersetzten.

 

Klimawandel-Anpassungsmodellregion Vorderwald-Egg
Mit dem Förderprogramm „KLAR – Klimawandel-Anpassungsmodellregionen" ist Österreich europaweit Vorreiter, wenn es um die regionale Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel geht. Die Region Vorderwald-Egg hat sich österreichweit als einzige Region mit dem Schwerpunkt „zukunftsfähige Waldwirtschaft" beworben und bekam vom Klimafonds der Bundesregierung den Zuschlag. Die Wälder sind vom Klimawandel durch mehr Borkenkäfer, häufigere Stürme und längere Trockenperioden betroffen. Gleichzeitig ist der Wald eine wichtige Wirtschaftsgrundlage und die Lebensversicherung im alpinen Raum, wenn es um die Verhinderung von Rutschungen und Hochwässern geht.
„Bis Ende des Jahres werden Ideen gesammelt, konkretisiert und weiterentwickelt, um daraus ein Konzept zur Klimawandelanpassung in der Wald-Region zu erstellen", gibt Konzeptentwicklerin Dorothee Glöckle die Richtung vor.

 

 

Foto VLK/Werner Micheli

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