Österreichischer Städtetag in Zell am See

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IMG 8966 Beim 67. Städtetag, der vom 17.-19. Mai 2017 unter dem Motto „Stadt neu denken – Digitalisierung meistern" stand, wurde intensiv über die rasante Entwicklung der digitalen Welt diskutiert. „Mittel und Wege zu finden diese sinnvoll zu regulieren, ist auch eine Herausforderung für die Städte und Gemeinden" sagte dazu der gastgebende Bürgermeister Peter Padourek (Zell am See).

 

„Der sogenannte „Digital Divide", also die Kluft zwischen Menschen mit umfassenden digitalen Kompetenzen und jenen, die sich damit schwerer tun, muss ein Ansporn für Kommunen sein, auf dem Weg in die Zukunft alle Bürgerinnen und Bürger mitzunehmen. Denn Städten und Gemeinden tragen auch in diesem Bereich soziale Verantwortung", sagte Städtebund-Präsident Michael Häupl.

 

„Big Data, also die Erfassung, Aufbereitung, Speicherung und Analyse strukturierter und unstrukturierter Daten, verändert nicht nur die individuellen Lebensbereiche, auch die Stadtverwaltungen sind zunehmend von der Digitalisierung betroffen. Dadurch entsteht ein großer Bedarf an Fachkräften, die mit ihren Kenntnissen die Öffentliche Verwaltung zu einem datenbasierten Unternehmen umformen werden. Unsere Aufgabe besteht darin, darauf Acht zu geben, dass auf der einen Seite der Datenschutz unangetastet bleibt, auf der anderen Seite aber Möglichkeiten für innovative Unternehmen und Startups gewährleistet werden," so der Bregenzer Bürgermeister Markus Linhart, er ist Vizepräsident des Österreichischen Städtebundes.

 

Über 1000 Gäste, darunter zahlreiche BürgermeisterInnen aus dem In- und Ausland, kamen zur traditionellen Generalversammlung des Österreichischen Städtebundes, die im Zeller Ferry Porsche Kongress Center in Zell am See über die Bühne ging. Unter dem Motto „Stadt neu denken – Digitalisierung meistern" ging es an den drei Tagen um die Herausforderungen der Städte bei der Digitalisierung gehen. Die Veränderungen im Handel (Stichwort Onlinehandel) haben schon jetzt starke Auswirkungen auf Logistik, Verkehr und Innenstädte.

 

Als Festredner hielt Viktor Mayer-Schönberger, Autor des Standard-Werks „Big Data" die Eröffnungsrede. Mayer-Schönberger stammt selbst ursprünglich aus Zell am See und ist Professor für „Internet Governance and Regulation" an der Universität Oxford.

 

Am zweiten Tag standen die Arbeitskreise auf dem Programm und zum Abschlussplenunm am Freitag hielt Bundeskanzler Christian Kern eine Rede.

 

Ergebnisse des Städtebarometer 2017

Der SORA-Städtebarometer 2017 hat in einem Schwerpunkt zum Thema Digitalisierung das Nutzungsverhalten und Fragen zum Datenschutz, sowie zur Sicherheit im Netz und im Öffentlichen Raum erhoben. Hier die Details:

 

Generell wird der digitale Wandel ambivalent beurteilt: 27 Prozent erkennen Chancen bei der Digitalisierung, 19 Prozent sehen Risiken.

 

Diese Ambivalenz zeigt sich auch bei der Frage zu Datensammlung und Anonymität im Netz: Rund die Hälfte (52 Prozent) ist darüber besorgt, die andere Hälfte (55 Prozent) sagt, dass Datensammlung und Vernetzung technisch lösbar sind. Interessant dabei: bereits vor zwei Jahren wurde diese Frage erhoben und die Einstellungen sind leicht positiver geworden.

 

Dabei ist die Internetnutzung weiter gestiegen: 67 Prozent geben an, dass sie ein Smartphone besitzen und es auch regelmäßig für den Einstieg ins Internet verwenden.

 

Zum Thema Datenschutz und Sicherheit: 86 Prozent der Befragten fühlen sich im öffentlichen Raum sehr oder ziemlich wohl. Interessant ist dabei, dass die Überwachung des öffentlichen Raums (Ordnungswachen, Videoüberwachung) bei 6 von 10 Befragten ein Gefühl von Sicherheit auslöst, während die Überwachung des Internets nur für 44 Prozent Sicherheit erzeugt.

 

Das Vertrauen in die öffentliche Verwaltung ist jedenfalls höher als in private Unternehmen: Demnach vertrauen 70 Prozent der befragten darauf, dass öffentliche Stellen vertrauensvoll mit Daten umgehen, aber nur 53 Prozent privaten Firmen.

 

Der Städtebarometer ist eine repräsentative Umfrage von SORA – Institute for Social Research im Auftrag des Österreichischen Städtebundes und wurde im Frühjahr 2017 unter 1.051 Personen österreichweit erhoben.

 

Die Forderungen des Österreichischen Städtebundes zu Big Data

  • „Der Österreichische Städtebund fordert vom Bund den raschen Entwurf eines Datenschutzgesetzes, das die Öffnungsklauseln der Datenschutzverordnung im Sinne einer verantwortungsvollen Verwaltungsführung klar regelt, ohne dabei eine überbordende Bürokratie oder Kosten zu produzieren" ist eine der zentralen Forderungen des Österreichischen Städtebundes, die zum Thema Datenschutz in einer Resolution an den Städtetag formuliert werden sollen. Weitere Forderungen:
  • Der Österreichische Städtebund fordert von Bund und Ländern eine ebenso umfassende und proaktive Bereitstellung von Daten, insbesondere von jenen Daten, die von Städten und Gemeinden mit großem Ressourceneinsatz erhoben und bei Bund und Ländern aggregiert werden.
  • Damit auch in Zukunft gewährleistet ist, dass Österreich im E-Government an vorderster Stelle steht, ist es unbedingt erforderlich, den Städten und Gemeinden Zugriff auf Informationen, die sich bereits in österreichweiten Registern befinden, zur Verfügung zu stellen. Und zwar kostenlos.

 

Foto (c) EuroKommunal

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